Djinguereber-Moschee in Timbuktu, Mali
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Kulturerbe · Mali

Timbuktu

Welterbe seit 1988 · In Gefahr seit 2012

Die alte Karawanenstadt am Südrand der Sahara war im 15. und 16. Jahrhundert eine intellektuelle Metropole Afrikas — Sitz der Universität Sankoré mit 25.000 Studenten und einer Bibliothek von Tausenden Manuskripten. Drei große Lehmziegelmoscheen, sechzehn Heiligenmausoleen.

Als 2012 islamistische Milizen die Stadt besetzten, zerstörten sie mit Spitzhacken und Meißeln vierzehn der sechzehn Mausoleen. Mutige Bürger schmuggelten Hunderttausende Manuskripte in Eselskarren nach Bamako. Heute ist Timbuktu wieder unter staatlicher Kontrolle, doch die Bedrohung durch bewaffnete Gruppen bleibt — und der Sand der Wüste rückt weiter vor.

Historisches Zentrum von Wien mit Stephansdom
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Kulturerbe · Österreich

Wien

Welterbe seit 2001 · In Gefahr seit 2017

Das historische Zentrum Wiens — Habsburger Residenz, Wirkungsstätte Mozarts, Schauplatz des Wiener Kongresses — wurde 2001 als Welterbe eingeschrieben. Eine geschlossene Stadtsilhouette, in der die gotischen Türme des Stephansdoms und der barocke Hofburg-Komplex die Höhenmaßstäbe vorgaben.

Doch ein geplantes Hochhausprojekt am Heumarkt — über jener Höhe, die das Welterbekomitee als Obergrenze festgelegt hatte — bewog die UNESCO 2017, Wien auf die Rote Liste zu setzen. Das Beispiel zeigt: Bedrohung kommt nicht nur durch Krieg oder Klima. Auch eine wohlhabende Demokratie kann ihr Erbe verlieren, wenn ökonomische Interessen schwerer wiegen als der Schutz des Stadtbildes.

Galápagos-Inseln, Ecuador
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Naturerbe · Ecuador

Galápagos‑Inseln

Welterbe seit 1978 · In Gefahr 2007–2010 (erfolgreich gerettet)

Die allererste Stätte, die in die Welterbeliste aufgenommen wurde — Charles Darwins „lebendiges Laboratorium der Evolution“. Riesenschildkröten, Meerechsen, Darwinfinken. 2007 setzte die UNESCO das Archipel auf die Rote Liste: explosionsartiger Tourismus, illegale Fischerei, eingeschleppte Tier‑ und Pflanzenarten bedrohten das einzigartige Ökosystem.

Ecuador reagierte entschlossen — mit strengen Einreisebeschränkungen, der Ausweisung illegaler Siedler und einem mutigen Quarantäneprogramm. Schon 2010 strich die UNESCO Galápagos wieder von der Roten Liste. Eine der wenigen Erfolgsgeschichten und Beweis dafür, dass das Welterbe‑Instrument wirkt, wenn der politische Wille vorhanden ist.

Lehmziegelreliefs in Chan Chan, Peru
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Kulturerbe · Peru

Chan Chan

Welterbe und auf der Roten Liste seit 1986

Die größte aus Lehmziegeln errichtete Stadt der präkolumbischen Welt: Chan Chan, einst Hauptstadt des Tschimu‑Reichs an der peruanischen Wüstenküste, beherbergte im 15. Jahrhundert geschätzte 60.000 Menschen. Neun ummauerte Palastanlagen, kilometerlange Reliefwände mit stilisierten Pelikanen, Fischen und geometrischen Mustern.

Schon im Jahr ihrer Welterbe‑Einschreibung 1986 wurde Chan Chan auf die Rote Liste gesetzt — wegen anhaltender natürlicher Erosion. Lehmziegel haben einen Feind: Wasser. Das Phänomen El Niño bringt zunehmend heftigere Regenfälle. Was 600 Jahre überdauert hat, schmilzt heute im Stundenmaß. Eine Mahnung, dass auch ohne Krieg und ohne Bosheit das Erbe verschwinden kann.

Bernd von Droste im Jemen, 2010
Vor Ort, wo Welterbe bedroht ist Bernd von Droste im Jemen, 2010 — einem Land, dessen historische Städte Sana'a, Shibam und Zabid heute auf der Roten Liste der UNESCO stehen. Ein halbes Jahrhundert lang führten ihn Missionen an die gefährdetsten Orte unseres gemeinsamen Erbes.

Insgesamt stehen 53 Stätten auf der Roten Liste der UNESCO. Auf der interaktiven Weltkarte finden Sie sie alle.