Bernd von Droste zu Hülshoff

Ein Leben für das Welterbe der Menschheit

Gründungsdirektor des UNESCO‑Welterbezentrums. Forstwissenschaftler, Ökologe, Mediator zwischen Nationen — und Chronist von 58 bedrohten Stätten unseres gemeinsamen Erbes.

Geboren 1938
UNESCO ab 1973
Bereiste Staaten 100+
Publikationen 200+
Porträt Bernd von Droste zu Hülshoff in seinem Arbeitszimmer
Buchcover »Welterbe in Gefahr« von Bernhard Freiherr Droste zu Hülshoff, Verlag Olms
Aufgeschlagene Doppelseite aus »Welterbe in Gefahr« mit Tuschezeichnung
Ein Blick ins Buch — mit eigens angefertigten Tuschezeichnungen.
Das neue Buch · in Vorbereitung

»Welterbe in Gefahr«

Von den 12 ersten Welterbestätten bis zur heutigen unüberschaubaren Liste: Bernhard Freiherr Droste zu Hülshoff hat den Aufstieg und die Krise der UNESCO‑Idee hautnah miterlebt.

In seinem Buch nimmt der Gründungsdirektor des Welterbezentrums seine Leser:innen mit zu 52 Orten, die unsere Identität prägen, und berichtet von ihren dramatischen Veränderungen: durch den Übergang von einer regelbasierten Ordnung zu einer machtbesessenen Weltunordnung, durch den menschengemachten Klimawandel und durch rücksichtslose wirtschaftliche Interessen. Ob Venedig, Timbuktu, das Große Barriere‑Riff oder die Tropenwälder im Amazonas — viele dieser großartigen Schöpfungen der Natur und des Menschen stehen am Abgrund.

Dieses Buch bietet exklusive Einblicke in die Arbeit hinter verschlossenen Türen. Es zeigt auf, wie die Menschheitsidee des gemeinsamen Erbes zum Spielball der Mächtigen wurde und welche Herausforderungen warten. Authentisch, fundiert und bewegend erzählt, eröffnet der Autor neue Blickwinkel und erinnert daran, wofür das Welterbe über seine Bauwerke und Landschaften hinaus eigentlich steht — ein richtungsweisendes Buch darüber, was in unserer Welt wirklich wesentlich sein sollte.

Genre Sachbuch · Kulturpolitik
Sprache Deutsch
Umfang 256 Seiten · ca. 15 Abb.
Ausstattung Hardcover · 13 × 19 cm
Preis € 29,80 (D) · € 30,70 (A)
ISBN 978-3-7582-0834-8
Erscheinen September 2026
Aus dem Vorwort

„Im Rückblick lassen sich die verschiedenen Lebensphasen zu einer logischen Abfolge verbinden. Ein roter Faden wird sichtbar.“

Das ganze Vorwort lesen →
Aktuelles · Frankfurter Buchmesse 2026

Buchpremiere in Frankfurt

»Welterbe in Gefahr« ist erschienen — und feierte seine Premiere auf der Frankfurter Buchmesse. Auf der Global Stage sprach Bernd von Droste zu Hülshoff mit Markus Dohle, dem früheren CEO von Penguin Random House, über die Zukunft des bedrohten Welterbes.

Auf der Global Stage: der Autor im Gespräch mit Markus Dohle, ehem. CEO von Penguin Random House.
Mit einem Kurzfilm zum Buch im Hintergrund.
Im Gespräch über bedrohte UNESCO-Stätten.
Am Verlagsstand von Edition Olms Zürich.
Signierstunde auf der Buchmesse.

Fotos: Roman Tronner

Termine · Lesungen

Begegnungen mit dem Autor

Bernd Freiherr von Droste zu Hülshoff liest aus »Welterbe in Gefahr« und spricht mit dem Publikum über bedrohte UNESCO‑Stätten — von Venedig bis zum Großen Barriere‑Riff. Die Plätze sind begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich.

19 Okt 2026
Wien

Alpenvereinshaus

Rotenturmstraße 14, 1010 Wien
Montag, 19. Oktober 2026 · 19 Uhr
Veranstalter: Buchhandlung Leo

19 Nov 2026
Düsseldorf

Thalia Buchhandlung

Kaiserswerther Markt 31, 40489 Düsseldorf
Donnerstag, 19. November 2026 · 19–20.30 Uhr

An diesem Abend greift der Autor drei Brennpunkte beispielhaft heraus und geht mit dem Publikum der Frage nach, wie sich das fragile Erbe der Erde für künftige Generationen bewahren lässt. Auf die Lesung folgen ein Gespräch und eine offene Fragerunde.

Interaktive Karte

58 Stätten in Gefahr

Eine Weltkarte aller derzeit auf der Roten Liste der UNESCO geführten Welterbestätten. Klicken Sie auf eine Stätte, um Hintergründe und Bedrohungslage zu erfahren. Stand: Juli 2026 (48. Sitzung, Busan).

58
Stätten total
43
Kulturerbe
15
Naturerbe
31
Länder
Kulturerbe
Naturerbe
Quelle: UNESCO World Heritage Centre
Biografie

Der Brückenbauer
zwischen Natur und Kultur

Bernhard Freiherr von Droste zu Hülshoff — in Familie und Öffentlichkeit nur Bernd genannt — wurde am 17. September 1938 in Essen geboren. Als Spross einer westfälischen Familie, deren Wurzeln über neun Jahrhunderte zurückreichen und die mit der Dichterin Annette von Droste‑Hülshoff einen Ehrenplatz in der deutschen Literatur einnimmt. Aufgewachsen in Betzdorf, Haus Junkernthal und Adenau, prägte ihn früh die Welt des Waldes: sein Vater Mariano war Oberlandesforstmeister.

Nach dem Abitur am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg (1957) und einem Lehrjahr beim Forstamt Mayen studierte er Forstwissenschaften in Hann. Münden, Wien und München. Praktische Stationen führten ihn schon als Studenten als Flößer nach Finnland, in die Wälder der Türkei und nach Südschweden. 1961 brachte ihn ein Stipendium nach Stellenbosch in Südafrika, wo er an der Großtierforschung im Kruger‑Nationalpark mitwirkte.

Der Weg zur UNESCO

Nach Promotion (summa cum laude, 1969) und Forschungstätigkeit an der Universität München wechselte Droste zu Hülshoff 1973 nach Paris zur UNESCO. Aus dem „first officer“ in der Abteilung Ökologische Wissenschaften wurde 1984 deren Direktor und Sekretär des Programms Der Mensch und die Biosphäre (MAB) — jenes Programms, aus dem die weltweiten Biosphärenreservate hervorgegangen sind.

Gründung des Welterbezentrums

1992 schlug er die Zusammenlegung der bis dahin getrennten Sekretariate für Welt­natur‑ und Weltkulturerbe vor. UNESCO‑Generaldirektor Federico Mayor folgte dem Vorschlag — und Droste zu Hülshoff wurde Gründungsdirektor des heute weltweit renommierten Welterbezentrums sowie Generalsekretär der Welterbe‑Konvention. 1998 erhob ihn die UNESCO zum Beigeordneten Generaldirektor (ADG).

Stimme für das Welterbe — Zeitschriften und Bildung

Parallel zur Aufbauarbeit des Zentrums schuf Droste zu Hülshoff publizistische Instrumente, mit denen die Welterbe-Idee in alle Welt getragen wurde. Ab 1996 gab er im zweimonatlichen Rhythmus die Zeitschrift World Heritage heraus — heute in englischer, französischer und spanischer Sprache mit einer Auflage von rund 50.000 Exemplaren weltweit. Ab dem Jahr 2000 führte sein Nachfolger Francesco Bandarin die Publikation weiter.

In den neunziger Jahren konzipierte er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Welterbezentrums, des UNESCO-Erziehungssektors und der norwegischen UNESCO-Kommission das Lehrmaterial Welterbe in jungen Händen. Das Werk wurde in 43 Sprachen übersetzt und fand in 130 Ländern Eingang in den Schulunterricht. Die Mittel für die Erarbeitung der Texte konnte er bei Rhône-Poulenc und der norwegischen Regierung einwerben.

Präsentation des Welterbe-Schulkits mit dem Autorenteam
Präsentation des Lehrmaterials World Heritage in Young Hands mit dem Team der Hauptautoren.

Bereits zuvor — in den achtziger und neunziger Jahren — war er Herausgeber der dreisprachigen Zeitschrift Nature & Resources, die eine Auflage von über 20.000 Exemplaren erreichte.

Im Dienst des Erbes

Seit dem Eintritt in den Ruhestand 1999 ist er als Gutachter, Berater und Mediator für UNESCO, IUCN, EU‑Kommission und Weltbank tätig. Mehr als 100 Staaten hat er bereist, oft als Team‑Leader bei der Überprüfung des Zustands von Welterbestätten. Zu seinen Mandaten zählten die Galápagos‑Inseln, der Schutz Petras in Jordanien, die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal und die Pilgerrouten der Kii‑Halbinsel in Japan.

Bernd von Droste zu Hülshoff bei einer Festrede zum UNESCO-Welterbe
Als Stimme des Welterbes bis heute gefragt: Festansprache zum Jubiläum „50/30 — UNESCO World Heritage in Austria“. Foto: Sedrick Kollerics
Bernd von Droste bei einer Delegationsführung in Nara, Japan
Delegationsbesuch an den Tempeln und Schreinen von Nara, Japan.

Als Honorarprofessor lehrte er an der Europa‑Universität Viadrina, gastweise an der Brandenburgischen Technischen Universität sowie an den Pekinger Eliteuniversitäten Beida und Tsinghua. Droste zu Hülshoff arbeitet in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

Stationen eines Lebenswerks

Auszeichnungen · Würdigungen

Ein Leben im Dank
der Völker

1969
Wissenschaftspreis der Ludwig‑Maximilians‑Universität München
Für herausragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Waldökologie · überreicht durch den Rektor
1988
Ehrenhäuptling der Māori
Neuseeland
1989
Premio Sileno — Umweltpreis
Giardini‑Naxos, Italien
1994
Ehrenbürger von Cusco und Machu Picchu
Peru
1996
Ehrenbürger von Quito
Ecuador
1997
Auszeichnung für die Erhaltung des Kulturerbes
Verliehen durch Präsident Boris Jelzin, Russland
1997
Chevalier de Chinon — Ordre de Rabelais
Chinon, Frankreich
1998
Ehrenbürger von Trogir und Poreč
Kroatien
1999
Ehrenbürger von Leshan
China
2000
Verdienstorden
Sozialistische Republik Vietnam
2012
Verdienstmedaille
Autonome Republik Krim
Ausgewählte Schriften

Über 200 Beiträge
in Buch und Zeitschrift

1969
Struktur und Biomasse eines Fichtenbestandes auf Grund einer Dimensionsanalyse
Dissertation · München
ab 1980er
Nature & Resources — Internationale Zeitschrift für Umweltwissenschaften
Herausgeber · UNESCO · dreisprachig · 20.000 Exemplare
1992
Das UNESCO‑Zentrum für die Erhaltung des Erbes der Menschheit
Spektrum der Wissenschaft
1995
Cultural Landscapes of Universal Value — Components of a Global Strategy
G. Fischer, Jena / VCH, Florida
1995
Kultur‑ und Naturgüter der Welt: Bedrohung und Schutz
mit B. Mayerhofer · Spektrum der Wissenschaft
ab 1996
World Heritage — Zeitschrift des UNESCO‑Welterbezentrums
Gründungsherausgeber · zweimonatlich · englisch · französisch · spanisch · 50.000 Exemplare
1990er
Welterbe in jungen Händen — Lehrmaterial für Schulen
UNESCO · in 43 Sprachen übersetzt · in 130 Ländern eingesetzt
1998
Linking nature and culture
Report of the Global Strategy Expert Meeting, Amsterdam
2006
A Gift from the Past to the Future — 60 Years of Science at UNESCO
UNESCO Publishing, Paris
2008
UNESCO‑Weltkulturerbe: Qualitatives Wachstum mithilfe externer Instanzen
Jahrbuch Markentechnik, Frankfurt
2012
World Heritage and globalization: UNESCO's contribution to global ethics
World Heritage Papers 31, UNESCO
2022
Zum fünfzigsten Jahrestag der Welterbe‑Konvention
Acta Carnuntina 12 · mit Ricarda Schmidt
Kontakt

In Verbindung
treten

Für Anfragen zu Vorträgen, Interviews, Gutachten oder zum Erwerb des Buchs nutzen Sie bitte das nebenstehende Formular. Für Presse‑ und Verlagsanfragen wenden Sie sich gerne direkt per E‑Mail an das Sekretariat.

Presse · Verlag
Sprachen
Deutsch · Français · English · Español